Über die Neugier

Hast du dich schonmal gefragt, was Neugier eigentlich bedeutet? Die Gier nach Neuem. Wo hat sie ihren Ursprung? Was bedeutet sie für uns Menschen und welche Rolle spielt sie für unsere Geschichte in dieser Welt? Es ist bereits ein Ausdruck von Neugier diese Fragen überhaupt zu stellen. Man könnte also sagen, in diesem Text untersucht die Neugier sich selbst aus meiner Perspektive.

Neugier ist ein verrücktes Phänomen. Sie ist unser innerer Drang, etwas Neues zu erfahren. Uns Herausforderungen zu stellen, das Bekannte zu hinterfragen und das Unbekannte willkommen zu heißen. Neugier ist eine geistige Haltung der radikalen Offenheit und des Nicht-Wissens. Eine vorurteilsfreie und ehrliche Haltung, die es uns erlaubt unsere volle Aufmerksamkeit einer Situation oder einem Objekt zu schenken. Woher kommt die Neugier? Was ist ihr Zweck? Warum scheinen manche Menschen sie regelrecht auszustrahlen während andere sich leicht mit dem zufriedengeben, was sie zu wissen glauben? Einige dieser Fragen werden wir vielleicht nie abschließend beantworten können. Eines wissen wir jedoch sicher: Die Neugier ist tief im menschlichen Bewusstsein verankert. Sie hat uns zu dem gemacht, was wir heute sind. Ohne sie hätten wir uns nie über die Sterne im Nachthimmel gewundert, wären den Naturphänomenen unserer Welt nie auf den Grund gegangen. Wir hätten keine komplexen Sprachen und Kulturen entwickelt. Wir hätten nie herausgefunden, dass wir auf einem winzigen Planeten mit über 100.000 km/h durch ein unendliches Universum fliegen. Die Liste von Errungenschaften die uns entgangen wären könnte im Detail ewig weitergeführt werden. Was würden wir wissen ohne den Drang, Neues zu erfahren? Die menschliche Evolution wäre noch immer rein genetisch gesteuert. Neugier ist ein Ursprung unserer Einzigartigkeit, ein Grundpfeiler unseres Wesens und unseres Selbstverständnisses. Werden wir uns ihrer Implikationen für unsere heutige Realität bewusst, lässt uns die Neugier mit Staunen zurück.

Sie kann wie eine helle Lampe wirken, die Licht auf Ignoranz und Vorurteile wirft. Sie ist uns in die Wiege gelegt, unser Leben ein ungeschriebenes Buch. Du kannst sie in Kindern beobachten, unabhängig von Herkunft und Kultur. Mit großen, glänzenden Augen schauen sie in die Welt, bereit zu erfahren und lernen. Es ist die vielleicht reinste und unschuldigste Form von Neugier. Den meisten von uns scheint diese Fähigkeit jedoch mit der Zeit verloren zu gehen. Unsere Perspektiven und Handlungen werden mechanisch und repetitiv. Wir verlieren das Interesse am Lernen, meiden Herausforderungen. Erschöpft von der Last der uns auferlegten Pflichten, Einschränkungen und unserer schier unendlichen Möglichkeiten klammern wir uns an das Bekannte und scheuen das Unbekannte. Neugier wandelt sich ins Gegenteil.

Ich glaube daran, dass diese Entwicklung stark mit unserer Konditionierung durch Kultur und Gesellschaft zusammenhängt. Sie bringt uns bei, bestimmte Perspektiven einzunehmen und auf eine bestimmte Art zu handeln. Warum ich daran glaube? Es würde bedeuten, dass in jedem von uns noch immer das neugierige Kind schlummert, das wir einmal waren. Und ich glaube wir besitzen die Fähigkeit dieses Kind wieder aufzuwecken. Nicht sofort, nicht an einem Tag, sondern in einem langsamen, kleinschrittigen Prozess. Langsam aber sicher wirst du dein inneres Kind wieder aufwecken. Du wirst in deine Intuition spüren, mehr über dich selbst lachen können und ein gesundes Maß Zufall und Ziellosigkeit in dein Leben lassen. Mach einen Spaziergang ohne Ziel, lies ein verrücktes Buch, dreh deinen Lieblingssong laut auf und verwandel dein Zimmer in eine Tanzfläche. Es sind die kleinen Dinge die zählen. Sie werden deinen Weg leiten zu einem farbenfrohen, aufregenden Leben. Ein Leben geprägt von ständiger Veränderung, Frische und viel Neugier.

Author: Malte

Master of curiosity.

  

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